Sanierung Neues Rathaus, Lindau-Insel


Es handelt sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude aus dem Jahr 1717, welches ursprünglich als Amtshaus genutzt wurde. Das Gebäude ist teilunterkellert, es hat drei Vollgeschosse und drei Dachgeschosse. Es ist mit dem Nachbargebäude in der Maximilianstrasse, dem so genannten Binderhaus, intern verbunden.

Bei der jetzigen Generalsanierung des Gebäudes wurde das gesamte Gebäude als Wohnhaus mit 10 Wohneinheiten umgebaut. Das Erdgeschoss mit Einzelhandel und Praxis blieb unverändert. 
Im 1. und 2. Obergeschoss sowie im 1. Dachgeschoss sind neue Wohnungen enstanden bzw. wurden 2 bestehende Wohnungen renoviert.
Im 2. Dachgeschoss sind weiterhin Mieterabteile und das Glockenspiel.

Folgende Massnahmen wurden durchgeführt
Fassade:
Sandsteingesimse und -gewände an den Fenstern,die Fensterbänke aus Betonwerkstein, die Aufbauten am Giebel ebenfalls aus Betonwerkstein sowie der Erker im 1.OG aus Sandstein wurden gereinigt, gefestigt, teilweise ergänzt. Etliche alte Metallteile wurden entfernt.
Die Fassade erhielt eine neuen Fassadenanstrich. Gesimse und Fensterbänke wurden mit neuen Blechen abgedeckt.
Zum Innenhof wurde aus den beiden kleinen Dachgauben im 1.DG eine grosse Dachgaube. 
Auf der Südseite im Innenhof wurde über dem bestehenden Balkon ein neuer Balkon im 1.DG angebaut, der auch als 2. Rettungsweg mit einer Fluchtleiter nach unten führt.

Dach:
Im bewohnten Bereich wurde das Dach zwischen den Sparren mit Zellulose ausgeflockt, ebenso die oberste Geschossdecke. Die Deckung wurde mit Biberziegeln ausgeführt. Die Verblechungen der Flachdächer, Verwahrungen, Entwässerung und Gaubenverkleidungen wurden in Kupfer ausgeführt.

Fenster/Eingangstür:
Die Eingangstür blieb erhalten und wurde nur aufgearbeitet. Die Fenster im bewohnten Bereich wurden gegen neue Holzfenster mit 2-Scheiben-Isolierverglasung ausgetauscht. Die Aufteilung der Fenster wurde an die historischen Fenster angelehnt. Die profilierten Setzhölzer blieben erhalten. Im 2.OG wurden 2 Belegfenster denkmalgerecht restauriert. 
Die bestehenden Holz-Fensterläden wurden aufgearbeitet und sind jetzt auch wieder zu schliessen.
Die historischen Fenster im Dachbodenbereich blieben ebenfalls erhalten. 

Innenausbau:
- Die bestehenden, teilweise noch historischen Innentüren aus Vollholz mit Füllungen blieben erhalten und wurden überarbeitet. Neue Innentüren wurden als Stiltüren mit Füllungen ausgebildet. 
- Die Wohnungseingangstüren sind aus Gründen des Brand- und Schallschutzes alle neu, jedoch auch als Stiltüren ausgebildet. 
- In einigen Räumen wurden die alten Bodenbeläge (Spanplatte mit Linoleum oder Teppich) ausgebaut und die alten Parkett- und Holzriemenböden wurden überholt und ergänzt.
- In Bereichen, wo der Oberboden fehlt oder schadhaft ist, wurde auf die bestehenden Holzbalken ein neuer Unterboden (Trockenstrich) eingebaut, der den Anforderungen des Schall- und Brandschutzes entspricht, darauf ein neuer Parkett oder Riemenboden. In den Sanitärräumen und Küchen wurde ein neuer Fliesenbelag eingebaut. 
- Im 1. und 2.OG wurden die Stuckdecken denkmalgerecht restauriert. 
- Treppenhaus: teilweise wurden alten Bodenbeläge (Linoleum oder PVC) ausgebaut und die alten Parkett- und Holzriemenböden wurden aufgearbeitet und ergänzt.
Die bestehenden Treppenläufe bleiben erhalten, die Holzläufe bekommen eine neue Versiegelung. Das bestehende Treppengländer wurde an die heutigen gesetzlichen Vorschriften angepasst, d. h. es wurden zusätzliche senkrechte Stäbe und ein neuer Untergurt eingeschweisst.
- Im 1.DG wurden an der Innenseite der Aussenwände des Mansarddachs und in den Heizkörpernischen eine Mineralschaumdämmung aufgebracht.

Elektroinstallation
Neuinstallation der elektrischen Anlage inkl. Unterverteilung in den neuen Wohnungen. In den übrigen Wohnungen wurde der Bestand geprüft und teilweise nachgerüstet.

Sanitäre Anlage
Komplette Neuinstallation der sanitären Anlagen sowie der Trinkwasserleitungen, auch in den beiden schon bewohnten Wohnungen. Einbau eines kleinen Bads in die Gewerbeeinheit im EG.

Heizungsanlage
Vor dem Umbau wurde das Gebäude über die Heizung im Alten Rathaus mitversorgt. Jetzt hat das Neue Rathaus eine eigene Heizungsanlage als Gas-Brennwert-Zentralheizung. Die Installation erfolgte im Zweirohrsystem mit dezentralen Wohnungsübergabestationen an die Heizkörper.

Lüftungsanlage
Die Wohnungen verfügen über eine Abluftanlage in den Bädern und teilweise in den Küchen. Die Nachströmung erfolgt über im Fensterfalz eingebaute Überströmungselemente. Die Elemente sind im geschlossenen Zustand des Fensters nicht sichtbar.

Brandschutz:
Es wurde eine interne Brandmeldeanlage eingebaut, um baulich nicht behebbare Mängel zu kompensieren. Die bestehenden Lichtschächte zur Belichtung des Treppenhauses wurden mit RWA-Fenstern ausgestattet.

Baubiologie
Es wurde auf den Einbau möglichst schadstoffarmer und natürlicher Materialien Wert gelegt.